Das nächste große Ding

Martin Weigert fragt sich bei netzwertig.com, wer Google ablösen und »das nächste große Ding im Internet wird«. Hier meine prophetische Antwort.

Facebook hat schon den evolutionären Schritt in die richtige Richtung gemacht - als es sich vom geschlossenen Dienst zur Plattform umdefiniert hat. Und eben dieser Schritt führt auch zum Kern der Thematik: Das Internet wird noch vielen Unternehmungen den Weg zum Erfolg ebnen. Aus der Masse hervorstechen, eine vergleichbar relevante Rolle wie Google übernehmen - eben das nächste große Ding geben - werden aber nur jene wenigen Anbieter, die es schaffen, nicht nur einen weiteren informationellen Knotenpunkt im Netz zu stellen, sondern sich selbst zu einem unverzichtbaren Bestandteil seiner Infrastruktur zu machen.

Und das setzt - siehe Google - nicht einfach nur einen einzigartigen Algorithmus voraus. Das kann vielleicht die Initialzündung sein. Ob sich hieraus dann aber in einem allmählichen Prozess, durch ein beeindruckend schnelles, aber nichtsdestotrotz organisches Wachstum ein Subjekt entwickelt, dass mit unerhört gigantischen Wissens-, Kapital- und Rechenkapazitäten ausgestattet nicht nur entscheidende Ordnungsfunktionen für das Netz übernimmt (bei Google namentlich die Regulierung und Lenkung der Aufmerksamkeitsströme, also des einzigen nicht im Überfluss, sondern in Bezug auf den einzelnen Nutzer äusserst knapp vorhandenen Guts im Internet), sondern an einen Punkt angelangt, an dem es auch noch gleich einem Perpetuum Mobile aus den eigenen, bereits vorhandenen Ressourcen heraus immer neue Werte zu schaffen vermag - das ist eine andere Frage!

Die soziale Komponente ist dabei nicht die einzige Schlüsselkomponente. Ebenso entscheidend wie die Abbildung sozialer Strukturen im Netz wird die zunehmende semantische Verknüpfung der Informationen sein, und darauf seid ihr noch so gut wie gar nicht eingegangen! Web Services, stark systematisierte Ontologien und vergleichsweise chaotische Folksonomys, Geo-Awareness, semantisches Markup, Microformats, Aggregation, Trackbacks, plattformübergreifendes Identitätsmanagement, usw. - Diese Mechanismen und Technologien verändern die Regeln der Vernetzung, werden die relative Bedeutung von Googles Suchalgorithmus verringern und sind meiner Meinung nach die Bereiche, an denen entsprechende Kandidaten ansetzen müssen!

Letztendlich aber werden nicht die wenigen Big Player, sondern die Summe der vielen unterschiedlichen, kleineren und größeren Knotenpunkte das Netz der Zukunft ausmachen.

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