Monsanto, mit Gift und Genen
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Man bekommt eine leise Ahnung davon, wie sehr die großen Probleme der globalisierten Gesellschaft miteinander zusammenhängen, wenn man sich die Debatten auf dem G8-Gipfel in Japan, aber auch die innerdeutschen Diskussionen zur Ernährungskrise und dem Klimawandel zu Gemüte führt. Da geht es um die Verdrängung von Nahrungsmitteln von den Anbauflächen durch das gescheiterte Klimaprojekt Biosprit, preistreibende Spekulanten auf dem Energiemarkt und Atomkraft als Allheilmittel für die Energiefragen der Zukunft. Die Suche nach Schuldigen, die Absicherung des eigenen Energiebedarfs, der Rückgriff auf alte Patentrezepte.
In den Hintergrund rücken dabei einige andere Aspekte, die zur Schädigung der regionalen Nahrungsmittelproduzenten insbesondere in Entwicklungsländern beitragen, wie beispielsweise der europäische Subventionswahn im Agrarsektor oder auch die Machenschaften einiger transnationaler Gentech-Riesen. Würde man denen endlich Schranken setzen, statt ihre Produkte als Teil der Lösung zu verkaufen, könnte man viele Bauern weltweit aus einer verhängnisvollen und ruinösen Abhängigkeit von den Saatgut- und Agrarchemie-Herstellern befreien.
Schon vor längerem habe ich auf Arte eine aufrüttelnde Dokumentation über Monsanto, den weltgrößten Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut, gesehen. Vor einigen Tagen nun sorgte ein von Google gelöschter Mitschnitt dieser Sendung auf Youtube für Aufruhr. Ob es dabei nur wie üblich um Urheberrechtsfragen ging oder ob wohlmöglich auf Druck des Unternehmens gehandelt wurde, bleibt unklar. Tatsache ist, dass der Film wieder online verfügbar ist — und zwar bei Google Video. Und ich nehme das Ganze als willkommenen Anlass, diese Dokumentation noch einmal jedem wärmstens zu empfehlen.

